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HISTORIE & MANAGEMENT

Von Generation

zu Generation.

Über 100 Jahre Rafflenbeul

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Woraus besteht ein Auto? Natürlich aus der „Blechhaut“, aus Lenkrad, Sitzen, Achsen – und vor allem aus einer Riesenmenge an Kleinteilen, von denen in Deutschland ein nicht unerheblicher Anteil aus dem Raum Hagen stammt, zum Beispiel von der Oberhagener Stahlwarenfabrik Rudolf Rafflenbeul GmbH & Co., die im Jahr 2002 ihr hundertjähriges Bestehen feierte.

 

Das mittelständische Unternehmen produziert vornehmlich Artikel aus Federstahl und ist nicht nur Lieferant der Automobil- oder der Automobilzulieferindustrie, sondern auch der Elektroindustrie, des Maschinen- und Anlagenbaus sowie des Handels. Hergstellt wird ein breit gefächertes Normteile-sortiment. In diesem Segment umfasst das Lieferprogramm über 4000 Artikel wie Federscheiben, Federringe, Spannhülsen und Spannstifte. Darüber hinaus werden auch zunehmend spezielle Stanz-, Präge- und Biegeteile nach Zeichnung oder Muster hergestellt.

 

Betreut werden mehr als 900 Kunden, darunter einige der weltweit bedeutendsten Kraftfahrzeughersteller. Gut ein Viertel aller hergestellten Artikel wird exportiert. Aktuell beschäftigt die Stahlwarenfabrik Rafflenbeul in ihren Produktionsgebäuden an der Eilper Straße 126-128 über 120 Mitarbeiter. Angestellt ist sozusagen eine „Multi-Kulti-Belegschaft“, stammen doch die Mitarbeiter aus etwa einem Dutzend verschiedener Nationen. Stolz ist man bei der Stahlwarenfabrik Rafflenbeul ebenfalls darauf, dass es einige Mitarbeiter gibt, deren Väter oder sogar schon Großväter bei der Stahlwarenfabrik arbeiteten. Das zeugt von Kontinuität und davon, dass das Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Eigentümern dieses typisch mittelständischen Unternehmens seit Jahrzehnten von einem vertrauensvollen Miteinander geprägt ist. Zur firmeneigenen „Philosophie“ gehört ferner, stets eine relativ hohe Anzahl von „Lehrlingen“ auszubilden.

 

100 Jahre Jubiläums-Tafeln
Diese Tafeln wurden bei unserer 100-Jahrfeier ausgestellt. Sie stehen Ihnen hier als Download im PDF-Format zur Verfügung.
Wer wir sind

Wir stehen für Qualität und langfristige Kundenbeziehungen – regional, national und international. Mehr als 500 Unternehmen in 33 Ländern vertrauen auf unsere Produktlösungen. Mit Innovationsgeist und kurzen Entscheidungswegen arbeiten wir täglich daran, dass es so bleibt.

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Verhaltenskodex & Compliance

Wir bekennen uns zur gesellschaftlichen Verantwortung weltweit. Insbesondere tragen wir im Rahmen unserer unternehmerischen Tätigkeit Verantwortung gegenüber dem eigenen Unternehmen, gegenüber Kunden und Lieferanten in der Wertschöpfungskette und gegenüber der Umwelt sowie der Gesellschaft.

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1902

Jugendstil – Zeit des Aufbruchs – Gründerzeit!

Unter den zahlreichen „Gründern“ jener Epoche ist auch Rudolf Rafflenbeul, der – tatkräftig unterstützt von seiner Ehefrau Minna Rafflenbeul, geb. Lepperho – als 32-jähriger den Grundstein legt für das heutige Unternehmen. Er schließt sich zunächst mit Wilhelm Hedtmann zusammen, und so wird denn 1902 ins Handelsregister eingetragen: „Hedtmann und Rafflenbeul, Hagen in Westfalen-Eilpe“. Das Unternehmen produziert an der Felsenstraße (nahe der heutigen Eilper Rundturnhalle) insbesondere Federringe. Das sind Schraubensicherungen, die ursprünglich im Jahre 1878 als sogenannte Grower-Ringe in England erfunden und patentiert wurden.

1907

Betriebsstätten

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Bereits 1907 trennen sich die Wege von Rafflenbeul und Hedtmann. Während Wilhelm Hedtmann in Kabel einen neuen Standort findet, bleibt Rudolf Rafflenbeul Eilpe und den „Ringen“ treu. Allerdings verlegt er nun sein aufstrebendes Unternehmen zur Selbecker Straße 65, wo ihm von seiner Mutter ein Grundstück übertragen worden war. Hier wurden zwischen Selbecker- und Wörthstraße die Fabrikationsanlagen nach und nach erweitert.

1922

Generationen

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Seit Rudolf Rafflenbeul 1902 die Basis für den nunmehr über 100-jährigen Familienbetrieb legte, wird die Firma inzwischen in der vierten Generation von seinen Nachkommen geführt. Im ersten Gesellschaftervertrag von 1922 werden neben Rudolf Rafflenbeul und seiner Frau Minna, geb. Lepperho, auch deren vier Söhne Emil, Karl, Eugen und Erich als Mitgesellschafter genannt.

1926

Patente

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Die Erfindung der patentierten „Schraubenfeder“ im Jahre 1926 entwickelte sich nach einer über Jahrzehnte immer wieder veränderten und erweiterten Produktpalette zu einem Renner. Die Schraubenfeder bildet die Grundlage für den firmengeschichtlich schon beinahe legendären „hochspannenden Federring Fe 6“, der im Oberbau der Deutschen Reichs- beziehungsweise Bundesbahn zur Sicherung der Befestigung zwischen Schiene und Schwelle dient. Immer höhere Zuggeschwindigkeiten verlangten zu guter Letzt andere Befestigungssysteme, was Mitte der 90er Jahre zur Einstellung der „Fe 6“-Fertigung führte.

1936

Betriebsstätten

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Nach etwa 30 Jahren verkauft Rudolf Rafflenbeul 1936 Gebäude und Grundstück an das Federnwerk Horst Dannert. Die Fertigung wird nach Oberhagen verlagert, wo ein Jahr zuvor ein ca. 30.000 Quadratmeter großes Gelände mit Fabrikgebäuden, Gleisanschluss und Wasserkraftanlagen von den in den 1920er Jahren „dicht“ gemachten Hagener Gußstahlwerken an der Eilper Straße erworben wurde. An diesem Standort befindet sich auch heute noch der Firmensitz. Etwa zwei Jahrzehnte zuvor – während des 2. Weltkrieges – hatte Rafflenbeul 1917 ein Grundstück in Vorhalle an der Schlieckmannstraße gekauft und eine Fabrikationshalle sowie ein Wohngebäude errichten lassen (heute: VW Röttger). Ab 1925 produziert das Unternehmen dort Splinte, Sensenringe, Stanzartikel und Kettenglieder für landwirtschaftliche Maschinen. Auch diese Fertigung wurde 1936 an den neuen Standort nach Oberhagen verlegt. Damit sind die Werke aus Eilpe und Vorhalle unter einem Dach vereint, was zu erheblichen Synergie-Effekten führte.

Heute

Über 100 Jahre Rafflenbeul

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Im Laufe der 100-jährigen Geschichte des Unternehmens wurden Produktionsanlagen und Fertigungsverfahren, die Organisation und das Qualitätswesen und nicht zuletzt die Qualifikation der Mitarbeiter immer wieder der technischen Entwicklung und den aktuellen Erfordernissen angepasst, neue Produkte aufgenommen und zusätzliche Abnehmerkreise gesucht. Eine leistungsfähige Drahtzieherei, eine Stanzabteilung mit eigenem Werkzeugbau, computergesteuerte Härte- und mechanische Verzinkungsanlagen, eine von Großkunden und DIN-ISO zertifizierte Qualitätssicherung sowie letztlich eine Organisation, die Fertigung, Verkauf und Kunden zuverlässig miteinander verbindet, bestimmen heute das Bild eines traditions- und erfolgreichen mittelständischen Familienunternehmens.